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Legasthenie


Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr.
Seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.

(Dr. Astrid Kopp-Duller)

International ist die Legasthenie als „umschriebene
Entwicklungsstörung des Lesens und Schreibens“ definiert.
Das bedeutet, dass biologische Ursachen das Erlernen von Funktionen beeinträchtigen oder verzögern, die mit der Reifung des zentralen Nervensystems verbunden sind. Diese Funktionen müssen aber bis zum Einschulungsalter intakt sein, damit das
Kind störungsfrei lesen und schreiben lernen kann.
Die Einschränkungen werden lange vor der Geburt im
Entwicklungsgeschehen angelegt (genetisch bedingte Legasthenie) oder sie entstehen im zeitlichen Umkreis der Geburt durch eine Schädigung, etwa durch Sauerstoffmangel.
Anregungen der Sprachentwicklung durch das Elternhaus und Einflüsse der elterlichen Erziehung haben lediglich zusätzliche bis keine Bedeutung.



Legasthenie hat aber auch positive Seiten.
So zeigen sich bei fast jedem Betroffenen:

  • ein auffälliges technisches Verständnis
  • hohe Kreativität
  • und hohes soziales Bewusstsein


Welche Anzeichen lassen bei einem Schulkind eine Legasthenie vermuten?


Kinder unter oder mit 9 Jahren:

  • große Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Schreibens
  • ständiges und fortlaufendes Vertauschen von Zahlen und Buchstaben, z. B. 15 für 51, b für d
  • Probleme beim Unterscheiden von rechts und links
  • Schwierigkeiten im Behalten des Alphabets, beim multiplizieren von Tabellen
  • Schwierigkeiten im Erinnern von Reihenfolgen wie z. B Tage der Woche, der Monate des Jahres und der Jahreszeiten
  • Fortlaufende Schwierigkeiten beim Binden von Schuhbändern, Ball fangen, Seilspringen, usw.
  • Unaufmerksamkeit
  • Frustration die zu Verhaltensproblemen führen kann.


Kinder von 9 – 12 Jahren:

  • Fortlaufende Fehler beim Lesen, ein Fehlen des
    Leseverständnisses
  • Sonderbare Aussprache, Buchstaben werden z. B. ausgelassen oder in falscher Reihenfolge ausgesprochen
  • Für Schreibarbeiten wird eine überdurchschnittlich lange Zeit benötigt.
  • Desorganisation zu Hause und in der Schule
  • Probleme beim Abschreiben von der Tafel oder dem Lehrbuch
  • Probleme beim Aufschreiben von mündlichen Anweisungen
  • Wachsender Mangel an Selbstvertrauen und wachsende Frustration

Schüler mit 12 und Erwachsene:

  • Neigung falsch ( ungenau ) oder unzusammenhängend zu Lesen
  • Inkonsequentes Buchstabieren
  • Probleme beim Planen und Schreiben von Aufsätzen
  • Neigung, mündliche Anweisungen und / oder Telefonnummern durcheinander zu bringen
  • Ernsthafte Probleme mit fremden Sprachen
  • Geringes Selbstvertrauen


Mehr Informationen:
Deutschen Dachverband Legasthenie e.V. (http://www.dvld.de)


   
  Praxis für Legasthenie     Häuslinger Straße 7      91056 Erlangen      Tel: 09131/61 32 20 IMPRESSUM